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Christopher Street Day
Der Christopher-Street-Day, kurz CSD genannt, ist der internationale Feiertag von Lesben, Schwulen und Transsexuellen. Dieser Tag erinnert an den legendären Aufstand vom 27. Juni 1969 in der Christopher Street in New York.
CSD Germany 2008: Ohne Gewähr
24. Mai 2008 |
Lörrach | 2. Schwul-lesben Markt |
7. Juni 2008 |
Dresden | 15. CSD für Sachsen |
7. Juni 2008 |
Kiel | CSD Schleswig-Holstein |
7. Juni 2008 |
Minden | CSD Minden |
14. Juni 2008 |
Regensburg | CSD Regensburg |
21. Juni 2008 |
Oldenburg | CSD Nordwest |
21./22. Juni 2008 |
Berlin | 16. Schwullesbisches Stadtfest |
28. Juni 2008 |
Berlin | 30. Berliner CSD |
28. Juni 2008 |
Trier | 6. CSD in Rheinland-Pfalz |
28./29. Juni 2008 |
Düsseldorf | 5. CSD Düsseldorf |
4. - 6. Juli 2008 |
Köln | ColognePride (Parade 6.7.) |
5. - 12. Juli 2008 |
Leipzig | CSD Leipzig (Parade 11.7.) |
12./13. Juli 2008 |
München | 29. CSD München (Parade 12.7.) |
18. - 20. Juli 2008 |
Frankfurt/Main | 15. CSD Frankfurt |
18. - 27. Juli 2008 |
Stuttgart | CSD Stuttgart (Parade 26.7.) |
19. Juli 2008 |
Erfurt | CSD Erfurt |
19. Juli 2008 |
Rostock | 6. CSD Rostock |
25./26. Juli 2008 |
Braunschweig | 13. Sommerlochfestival |
26. Juli 2008 |
Augsburg | 11. CSD Augsburg |
26. Juli 2008 |
Duisburg | CSD Duisburg |
26./27. Juli 2008 |
Saarbrücken | CSD SaarLorLux |
1. - 3. August 2008 |
Hamburg | Hamburg Pride (Parade 2.8.) |
1. - 3. August 2008 |
Mannheim | CSD Mannheim |
2. August 2008 |
Essen | Ruhr-CSD |
2. - 3. August 2008 |
Nürnberg | CSD Nürnberg |
16. August 2008 |
Bielefeld | CSD Bielefeld |
16. August 2008 |
Kassel | CSD Kassel |
23. August 2008 |
Siegen | 9. CSD Siegen |
29. - 31. August 2008 |
Würzburg | CSD Würzburg (Straßenfest 30.8.) |
13. September 2008 |
Iserlohn | 8. CSD MK |
CSD Europe 2008: Ohne Gewähr
5. - 11. Mai 2008 |
Spanien - Gran Canaria -Playa del Ingles | Maspalomas Pride |
17. Mai 2008 |
Belgien - Brüssel | Belgian Lesbian and Gay Pride |
30. Mai - 1. Juni 2008 |
Schweiz - Zürich | CSD Zürich (Parade am 31.5.) |
30. - 1. Juni 2008 |
Rußland - Moskau | Moscow Pride Festival (Parade am 31.5.) |
7. Juni 2008 |
Griechenland - Athen | Athens Pride |
8.-23. Juni 2008 |
Irland - Dublin | Dublin Pride (Parade 23.6.) |
21. Juni 2008 |
Frankreich - Lyon | Lyon Pride |
21. Juni 2008 |
Frankreich - Marseille | Lesbian & Gay Pride Marseille |
28. Juni 2008 |
Frankreich - Paris | Marche des Fiertés LGBT |
5. Juli 2008 |
GB - London | Londonpride |
12. Juli 2008 |
GB - Oxford | Oxford Pride |
12. Juli 2008 |
Österreich - Wien | Regenbogenparade |
25. Juli - 3. August 2008 |
Schweden - Stockholm | Europride 2008 |
1. - 3. August 2008 |
NL - Amsterdam | Amsterdam Gay Pride (Canal Pride Parade 2.8.) |
2. August 2008 |
GB - Brighton | Brighton Pride |
7. - 10. August 2008 |
Island - Reykjavik | Gay Pride Reykjavik |
Wie es in New York begann (Die Geschichte des CSD)
| Im New York der 60-er Jahre herrschte gegenüber Homosexuellen ein repressives Klima. Lokale, in denen Männern mit Männern oder Frauen mit Frauen tanzten, waren verboten. Deshalb entstanden überall private Clubs, die ein paar Dollar für eine Tagesmitgliedschaft verlangten. Ein solcher Treff war auch das "Stonewall Inn" an der Christopher Street im Greenwich Village. Das "Stonewall Inn" war einer von vielen nicht lizenzierten Clubs, in denen drei Dollar Eintritt für eine Tagesmitgliedschaft zu zahlen waren. Da gab es wässrige Drinks, aber man konnte immerhin tanzen, mit wem man wollte. Daß Männer mit Männern tanzten, war im New York des Jahres 1969 ansonsten verboten. Das Stonewall war vollgestopft mit jungen Männern, darunter Drag-Queens (Tunten), Hippies und Jungs aus heruntergekommenen Wohnvierteln. Viele Gäste waren unter 18 Jahre alt. | ![]() |
Die Polizei aber war allgegenwärtig und führte in diesen Lokalitäten regelmässig Razzien durch, meist wegen illegalem Alkoholausschanks.
So auch am 27. Juni 1969. Zunächst verlief die Razzia recht geordnet, keine Rede von Emanzipations-Rebellion: Zwei Tresenkräfte, drei Drag-Queens und eine Lesbe wurden festgenommen, die übrigen Gäste auf die Christopher Street geleitet. Die so versammelte Gruppe wurde durch Passanten noch verstärkt, schließlich waren es um die 1 000 Menschen. Nur vereinzelt wurden Protest-Rufe laut. Die Stimmung kippte, als eine festgenommene Lesbe zu einem Polizeiauto gebracht werden sollte. Sie setzte sich zur Wehr, riß sich los. Rufe wie "Schweine" und "Faggot cops" waren zu hören, ein Hagel aus Münzen und Bierflaschen in Richtung Polizei setzte ein. Die fand sich plötzlich umzingelt und suchte innerhalb des Lokals Schutz. Von drinnen hörten die Beamten das Geräusch splitternden Glases und den dumpfen Aufschlag von Pflastersteinen.
| Auch an den Folgetagen lieferten sich tausende von Schwulen, Lesben und Drag-Queens Strassenschlachten mit der Polizei. Es war das erste mal, dass sich die Betroffenen nicht mehr alles bieten liessen und sich gegen das selbstherrliche Gehabe der Polizei zu wehren begannen. Die homosexuelle Befreiungsbewegung war geboren: in den USA und in vielen anderen Ländern entstanden Menschrechtsgruppen, welche die Diskriminierung von Homosexuellen nicht mehr hinnehmen wollten. Seither gedenken Lesben und Schwule diesem identitäts-stiftenden Ereignis mit dem "Christopher Street Day" oder der "Gay Pride". | ![]() |
Im Nachhinein betrachtet, waren die Ereignisse an der New Yorker Christopher Street sicher weniger heroisch, als sich das manch einer heute ausmalen möchte. Der Widerstand von damals war aber unbetrittenermassen die Wiege der homosexuellen Emanzipation in der westlichen Welt.
Europa kam erst später
Die erste homosexuelle Manifestation in Europa fand 1971 in London statt. Gegen Ende der Siebzigerjahre war es dann auch auf dem Festland soweit: fürs schwul- und lesbisch-sein wagte man sich auf die Strasse.
Im Gegensatz zu heute hatten diese Umzüge aber einen rein politischen Charakter und erinnerten stark an den 1. Mai. Heute vermischen sich die immer noch bestehenden politischen Forderungen stark mit mit dem Ausdruck des Lebensgefühls von Lesben und Schwulen. Inzwischen werden allein in Europa jeden Sommer über 100 CSDs organisiert.
Heute
gehen anlässlich des Christopher Street Day Schwule und Lesben zum Tausenden
auf die Straße haben Spaß, präsentieren die Selbstverständlichkeit
und Vielfalt dieser Art zu Leben und demonstrieren für eine Verbesserung
der rechtlichen Situation.
Die größten CSD-Paraden in Deutschland sind die am ersten Juli-Wochenende
in Köln und eine Woche vorher in Berlin - in Köln kommen mittlerweile
über 700.000 Zuschauer. Aber auch in Frankfurt, Hamburg, München und
anderswo haben sich Straßenfeste und Paraden zum CSD fest etabliert.